Raumdichte oder Stauchhärte – worauf kommt es wirklich an?

Raumdichte oder Stauchhärte – worauf kommt es wirklich an?

Wer sich mit hochwertigen Polstermöbeln beschäftigt, stößt früher oder später auf zwei wichtige Begriffe: Raumdichte und Stauchhärte. Oft werden beide Werte miteinander verwechselt oder sogar als Qualitätsmerkmal gleichgesetzt. Dabei erfüllen sie völlig unterschiedliche Aufgaben.

Die häufigste Fehlannahme beim Sofakauf

Viele Menschen setzen eine hohe Stauchhärte automatisch mit hoher Qualität gleich. Ein festes Sofa wirkt schließlich stabil und hochwertig. Doch dieser Eindruck täuscht häufig.

Die Stauchhärte beschreibt lediglich, wie weich oder fest sich ein Polster beim Sitzen anfühlt. Ob ein Sofa langfristig formstabil bleibt, entscheidet hingegen vor allem die Raumdichte des verwendeten Schaums.

Was sagt die Raumdichte aus?

Die Raumdichte gibt an, wie viel Material in einem Kubikmeter Schaum verarbeitet wurde. Sie wird in Kilogramm pro Kubikmeter (kg/m³) angegeben.

Je höher die Raumdichte, desto:

  • langlebiger der Schaum

  • formstabiler das Polster

  • widerstandsfähiger gegenüber täglicher Belastung

  • geringer die Gefahr von Kuhlenbildung

Ein hochwertiger Kaltschaum beginnt in der Regel bei einer Raumdichte von etwa RG 35. Hochwertige Polstermöbel bewegen sich häufig im Bereich zwischen RG 35 und RG 50.

Deshalb gilt die Raumdichte als eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale eines Sitzpolsters.

Was sagt die Stauchhärte aus?

Die Stauchhärte beschreibt den Widerstand des Schaums beim Zusammendrücken.

Sie beeinflusst:

  • das Sitzgefühl

  • die Unterstützung des Körpers

  • das Einsinkverhalten

Ein weicher Schaum besitzt eine geringere Stauchhärte.

Ein fester Schaum besitzt eine höhere Stauchhärte.

Beide Varianten können hochwertig sein.

Die Stauchhärte entscheidet also nicht über die Qualität, sondern darüber, welches Sitzgefühl ein Nutzer bevorzugt.

Ein Beispiel aus der Praxis

Stellen Sie sich zwei Sofas vor:

Sofa A besitzt eine hohe Raumdichte und eine weiche Stauchhärte.

Sofa B besitzt eine niedrige Raumdichte und eine hohe Stauchhärte.

Viele Menschen würden Sofa B beim ersten Probesitzen als hochwertiger empfinden, weil es fester wirkt.

Tatsächlich wird Sofa A jedoch oft deutlich langlebiger sein, da die höhere Raumdichte für eine bessere Formstabilität sorgt.

Die perfekte Kombination

Hochwertige Polstermöbel vereinen beide Eigenschaften:

  • eine ausreichend hohe Raumdichte für lange Haltbarkeit

  • eine passende Stauchhärte für den gewünschten Sitzkomfort

Erst das Zusammenspiel beider Werte sorgt für ein Sofa, das sich nicht nur am ersten Tag gut anfühlt, sondern auch nach vielen Jahren noch komfortabel bleibt.

Fazit

Die Raumdichte ist eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale eines Schaumstoffs. Sie entscheidet maßgeblich über Langlebigkeit, Formstabilität und Dauerkomfort. Die Stauchhärte dagegen bestimmt vor allem das persönliche Sitzgefühl.

Wer die Qualität eines Sofas beurteilen möchte, sollte deshalb immer zuerst auf die Raumdichte achten. Die Stauchhärte entscheidet anschließend darüber, ob man lieber weich, mittelfest oder eher fest sitzen möchte.

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